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BASF: Von Schäumen aus belastetem Stoff geht keine Gefahr aus

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12.10.2017 | 16:44

LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Von den Schaumstoffen, die mit einem belasteten BASF <DE000BASF111>-Kunststoffprodukt hergestellt wurden, geht nach Einschätzung des Unternehmens keine Gesundheitsgefahr aus. Das zeigten erste Untersuchungen an verunreinigten Schäumen und weitergehende Berechnungen, teilte das Chemieunternehmen am Donnerstag mit. Das Kunststoffprodukt wird unter anderem zur Herstellung von Matratzen und Autositzen verwendet. Der Fachverband Matratzen-Industrie e.V. nahm die Messergebnisse mit großer Erleichterung auf. "Das ist für uns alle eine super-erlösende Nachricht", sagte Geschäftsführer Ulrich Leifeld.

Der Betten- und Möbelhändler Dänisches Bettenlager nahm dennoch "vor den abschließenden Prüfergebnissen der Hersteller" vorsorglich "eventuell belastete" Matratzenmodelle aus dem Verkauf und bot eine Rücknahme oder einen Umtausch an. Der Hersteller Dunlopillo hatte bereits am Dienstag aus den gleichen Gründen eine bundesweite Rückrufaktion für Matratzen gestartet, die in den vergangenen 14 Tagen an Handel oder Endkunden gegangen waren.

Wegen eines technischen Fehlers in der Produktion hatte BASF zwischen dem 25. August und dem 29. September 7500 Tonnen des Kunststoffgrundprodukts Toluoldiisocyanat (TDI) hergestellt, die eine deutlich erhöhte Konzentration an Dichlorbenzol (DCB) aufwiesen. Dichlorbenzol steht im Verdacht, Krebs zu verursachen. Es kann außerdem Haut, Atemwege und Augen reizen. Bei den betroffenen Produkten wurde ein Dichlorbenzol-Anteil von mehreren Hundert ppm (parts per million - Anteile pro Million) gemessen, normalerweise liegt das Level unter drei ppm. Die betroffene Menge war bereits ausgeliefert worden, ein Drittel ist schon weiterverarbeitet.

Nach Tests von BASF-Fachleuten mit Schaumstoffen gab der Leiter des BASF-Unternehmensbereichs Monomers, Stefano Pigozzi, Entwarnung. "Eine Risikobewertung unserer Experten hat ergeben, dass nicht von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist", sagte er. Die Details würden nun an die zuständigen Behörden und relevanten Verbände weitergeleitet. Nach Angaben eines BASF-Sprechers lagen die in den Schäumen gemessenen DCB-Werte "deutlich" unter dem Referenzwert von einem ppm. Der Referenzwert sei der Wert, der auch normalerweise ausschlaggebend sei.

Er freue sich vor allem auch für die Verbraucher, sagte Leifeld vom Fachverband Matratzen-Industrie, der nach Angaben des Geschäftsführers etwa 60 Prozent der Matratzenhersteller in Deutschland vertritt. Sie richteten inzwischen "massiv" Anfragen an den Verband, die diese gar nicht mehr beantworten könne. Nun könne für das Produkt Matratze "Entwarnung" gegeben werden. BASF habe die Ergebnisse mit einer Verflüchtigung des Stoffes erklärt. "Nach einem Tag reduziert sich das schon gewaltig." Die BASF habe sieben Tage angesetzt, bis das Produkt im Handel sei, man könne aber davon ausgehen, dass es vielleicht sogar noch länger dauere. "Von daher bin ich da wirklich beruhigt." Eine BASF-Sprecherin bestätigte die Angaben.

Das Unternehmen will das ausgelieferte TDI mit den hohen DCB-Werten aber nach wie vor einsammeln, sagte der BASF-Sprecher. Außerdem will BASF auf eigene Kosten nicht verarbeitete Schaumblöcke einsammeln, die im fraglichen Zeitraum mit dem TDI hergestellt wurden.

Das Angebot des Dänischen Bettenlagers gilt für bestimmte Matratzenmodelle, die im Zeitraum vom 13. September beziehungsweise 17. September zum 12. Oktober verkauft wurden. Wer in dieser Zeit eine der angegebenen Matratzen gekauft habe, könne sie in einer der rund 950 Filialen zurückgeben. Alle Matratzen, die aktuell vom Unternehmen angeboten werden, seien gesundheitlich unbedenklich. Dunlopillo hatte angekündigt, alle betroffenen Matratzen durch neue zu ersetzen. Von der kommenden Woche an werde die Produktion mit reinen Rohstoffen wieder starten./jes/DP/nas


© dpa-AFX 2017
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