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Aktien Europa Schluss: Anleger werden wieder etwas mutiger

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19.05.2017 | 18:34

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben sich am Freitag etwas erholt. Nach zuletzt zwei Handelstagen mit teils deutlichen Verlusten legte der EuroStoxx 50 <EU0009658145> um 0,70 Prozent auf 3587,01 Punkte zu. Durch den jüngsten Kursrutsch wegen der politischen Turbulenzen rund um den US-Präsidenten Donald Trump ergibt dies aber auf Wochensicht einen Verlust von 1,39 Prozent.

Etwas positiver gestimmt waren Anleger wegen guter Konjunktursignale aus den USA, die schon am Vorabend in New York für eine freundliche Kurstendenz gesorgt hatten. Am Freitag nun baute die tonangebende Wall Street ihre Gewinne aus.

Wie am Gesamtmarkt standen die Zeichen auch an den Länderbörsen in Frankreich und Großbritannien auf Erholung: In Paris stieg der CAC-40 <FR0003500008> um 0,66 Prozent auf 5324,40 Punkte. In London legte der FTSE 100 <GB0001383545> um 0,46 Prozent auf 7470,71 Punkte zu. Gestützt wurde der "Footsie" dabei unter anderem von festen Minenwerten. So zogen die Aktien von Rio Tinto <GB0007188757> und Anglo American <GB00B1XZS820> um jeweils mehr als 2 Prozent an.

Börsianer sprachen insgesamt davon, dass erste Schnäppchenjäger unterwegs seien. "Die Stimmung bleibt aber von Vorsicht geprägt", sagte Analyst Mike van Dulken vom Handelshaus Accendo Markets. Grund dafür sei neben der Situation in Washington auch eine Regierungskrise in Brasilien, wo Vorwürfe gegen den Staatspräsidenten Michel Temer am Donnerstag für einen heftigen Kurssturz an der Börse gesorgt hatten.

In der Branchenwertung legten am Freitag europaweit konjunkturempfindliche Sektoren wie etwa die Autoindustrie mit plus 0,67 Prozent wieder zu. Positiv wurde dort auch aufgenommen, dass sich vier große Autobauer im Rechtsstreit um defekte Airbags auf Vergleiche mit Sammelklägern geeinigt hatten.

Erholung ist auch das Stichwort für einige Aktien, die am Vortag stark von einem weiteren Krisenherd in Brasilien belastet wurden. Enthüllungen gegen Präsident Michel Temer hatten am Vortag nicht nur das südamerikanische Land, sondern auch die Anleger dort aktiver europäischer Unternehmen in Aufruhr versetzt. Darunter die Banco Santander <ES0113900J37> und AB Inbev <BE0003793107>, deren Papiere am Freitag um 1,66 beziehungsweise 1,25 Prozent gewannen. Sie gehörten so zum vorderen Drittel im Eurostoxx.

Der Schweizer Duty-Free-Konzern Dufry <CH0023405456> bekommt derweil einen weiteren Großaktionär. Über eine Investment-Tochter hat sich der Luxusgüterkonzern Richemont <CH0210483332> eine Beteiligung von 5 Prozent gesichert. Während die Dufry-Aktien um rund 5 Prozent anzogen, reagierten die Papiere von Richemont kaum auf die Nachricht und schlossen gut 1 Prozent höher./la/men


© dpa-AFX 2017
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