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Aktien Schweiz: Freundlich zum Wochenschluss

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19.05.2017 | 12:49

Zürich (awp) - Für den Schweizer Aktienmarkt tendiert zum Wochenschluss freundlich und hat seine Gewinne bis zum Mittag noch ausgebaut, wenngleich sie seit dem kleinen Verfall um 12 Uhr wieder etwas abschmelzen. Dennoch wäre nach dem Kurssturz vom Mittwoch doch noch ein versöhnlicher Wochenausklang möglich, heisst es im Handel. Trotz der technischen Gegenreaktion überwiegt am Markt eine vorsichtige Grundstimmung, denn das Politik-Chaos in Washington dürfte sich fortsetzen.

Und das Wirrwarr um Donald Trump habe die Lust der Anleger auf Aktien spürbar gedämpft, heisst es weiter. Denn die Unsicherheit mit Blick auf die vom US-Präsident versprochenen Steuererleichterungen und Infrastrukturprojekte in den USA steige. Impulse von der Konjunktur- und von Unternehmensseite sind am Berichtstag derweil nicht allzu viele zu erwarten.

Der Swiss Market Index (SMI) steigt bis um 12.05 Uhr 0,71% auf 9'002,26 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,90% auf 1'418,09 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,79% auf 10'217,70 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren zur Berichtszeit 28 im Plus und je eine im Minus, resp. unverändert.

Das Nachrichtenaufkommen hierzulande ist an diesem Morgen sehr überschaubar. Für Gesprächsstoff sorgt allerdings einmal mehr Aryzta: Der irisch-schweizerische Backwarenkonzern ist bei der Suche nach einem neuen Chef und Nachfolger des abgetretenen Owen Killian fündig geworden. Der neue CEO heisst Kevin Toland und ist ein Ire.

Damit habe Aryzta früher als erwartet einen Nachfolger präsentiert, so Analysten. Die gebeutelten Aryzta-Aktien, sie haben nach Gewinnwarnungen und einem grossen Köpferollen im Top-Management in diesem Jahr rund ein Viertel an Wert eingebüsst, steigen denn auch um 3,9%.

Gar um 6,4% nach oben geht es mit den Papieren von Dufry. Am Morgen war bekannt geworden, dass sich der Luxusgüterkonzern Richemont über eine Investment-Tochter mit 5% am Reisedetailhändler beteiligt hat. Dufry geriet zuletzt wegen grösserer Verschiebungen im Aktionariat in die Schlagzeilen.

So hat etwa der chinesische Mischkonzern HNA Group den Anteil in den vergangenen Wochen schrittweise bis auf knapp 21% ausgebaut. Einige Beobachter mutmassen, dass mit der Hilfe von Richemont ein Abwehrdispositiv gegen HNA aufgebaut werden soll.

Richemont ziehen derweil um 1,0% an. Investoren gehen davon aus, dass sich der Konzern eine strategische Beteiligung gekauft hat, um sich weltweit Vertriebskanäle auf den Flughäfen zu sichern. Es handle sich also um eine klassische "Türöffner-Beteiligung". Die Aktien des Richemont-Konkurrenten Swatch steigen um 0,9%.

Vifor Pharma legen um 2,1% zu. Die frühere Galenica hat vom Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelbehörde für den Kaliumbinder Veltassa eine Zulassungsempfehlung zur Behandlung von Hyperkaliämie erhalten. Analysten sprechen von einem "klar positiven" Signal für den Pharmakonzern.

Die Finanztitel schneiden zum Teil unter dem Markt ab, allen voran Credit Suisse notieren unverändert. Am Vortag hatte eine ausserordentliche Generalversammlung der Ausgabe von rund 400 Millionen neuen Namenaktien zugestimmt. Davon heben sich UBS mit plus 1,1% positiv ab und zu Julius Bär (+1,1%) kolportierten Nachrichtenagenturen Gerüchte über einen geplanten Zukauf in Argentinien.

Die drei Schwergewichte stützen den Gesamtmarkt mehrheitlich. So steigen Nestlé um 0,9% und Roche um 0,6%. Novartis (+0,2%) fallen etwas zurück. Der Pharmakonzern hatte am Vortag den Abbau von bis zu 500 Stellen am Hauptsitz in Basel angekündigt; gleichzeitig sollen aber 350 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Adecco fallen mit einem deutlichen Abschlag von 1,5% auf. Es laste über dem ganzen Sektor ein Abgabedruck, sagen Händler und verweisen auf die jüngsten Pläne von Google. Denn der Tech-Riese plane jetzt auch eine Suchmaschine für Jobs und will sich einen Teil des Jobmarkt-Kuchens schnappen, wie an der jährlichen Entwicklerkonferenz bekannt wurde.

Im breiten Markt fallen Santhera mit einem Abschlag von 10% auf. Das Pharmaunternehmen rechnet mit einer EU-Entscheidung zu seinem Präparat Raxone erst im dritten Quartal diesen Jahres. Santhera-CEO Thomas Meier hatte erst vor wenigen Tagen im Gespräch mit AWP erklärt, eine Entscheidung der europäischen Behörden sei noch im ersten Halbjahr möglich.

ra/cp

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