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Die monatliche Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets: Februar 2017

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21.04.2017 | 16:53
PRESSEMITTEILUNG 21. April 2017 Die monatliche Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets: Februar 2017
  • Im Februar 2017 wies die Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets einen Überschuss von 37,9 Mrd € auf.1‌

  • In der Kapitalbilanz waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammen- genommen ein Nettoerwerb an Forderungen in Höhe von 149 Mrd € und eine Nettoaufnahme von Verbindlichkeiten im Umfang von 76 Mrd € zu verzeichnen.

Abbildung 1: Zahlungsbilanz des Euro-Währungsgebiets: über zwölf Monate kumulierte Transaktionen

(in % des BIP)

Quelle: EZB.

Leistungsbilanz

Die Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets wies im Februar 2017 einen Überschuss in Höhe von 37,9 Mrd € auf (siehe Tabelle 1). Dahinter verbargen sich Aktivsalden im Warenhandel (29,5 Mrd €), bei den Dienstleistungen (9,5 Mrd €) und beim Primäreinkommen (4,2 Mrd €), die teilweise durch ein Defizit beim Sekundäreinkommen (5,4 Mrd €) aufgezehrt wurden.

Die über zwölf Monate kumulierte Leistungsbilanz verzeichnete für den im Februar 2017 endenden Zeitraum einen Überschuss von 360,2 Mrd € (3,4 % des BIP des Eurogebiets), verglichen mit

1 Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben zur Leistungsbilanz stets auf saison- und arbeitstäglich bereinigte Daten, wohingegen die Angaben zur Vermögensänderungs- sowie zur Kapitalbilanz auf nicht saison- und nicht arbeitstäglich bereinigten Daten beruhen.

341,2 Mrd € (3,2 % des BIP des Eurogebiets) im Zwölfmonatszeitraum bis Februar 2016 (siehe Tabelle 1 und Abbildung 1). Der höhere Aktivsaldo der kumulierten Leistungsbilanz war auf gestiegene Überschüsse im Warenhandel (von 344,0 Mrd € auf 368,6 Mrd €) und beim Primäreinkommen (von

53,7 Mrd € auf 79,5 Mrd €) zurückzuführen. Diesen Zunahmen stand ein Rückgang des Überschusses bei den Dienstleistungen (von 70,7 Mrd € auf 49,5 Mrd €) und ein höheres Defizit beim Sekundäreinkommen (137,4 Mrd € nach 127,1 Mrd €) gegenüber.

Kapitalbilanz

Im Februar 2017 waren bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen ein Nettoerwerb an Forderungen in Höhe von 149 Mrd € und eine Nettoaufnahme von Verbindlichkeiten im Umfang von 76 Mrd € zu verzeichnen (siehe Tabelle 2).

Ansässige im Euro-Währungsgebiet erwarben per saldo Forderungen aus Direktinvestitionen in Höhe von 95 Mrd €. Ausschlaggebend hierfür war der Nettoerwerb von Beteiligungskapital (19 Mrd €) und Direktinvestitionskrediten (76 Mrd €). Die Verbindlichkeiten aus Direktinvestitionen erhöhten sich infolge des Nettoerwerbs von Beteiligungskapital (4 Mrd €) und Direktinvestitionskrediten (91 Mrd €) durch Gebietsfremde ebenfalls um 95 Mrd €.

Was die Forderungen aus Wertpapieranlagen anbelangt, so erwarben Gebietsansässige per saldo ausländische Wertpapiere in Höhe von 54 Mrd €. Dahinter verbarg sich der Nettoerwerb langfristiger Schuldverschreibungen (34 Mrd €), kurzfristiger Schuldverschreibungen (11 Mrd €) und von Aktien und Investmentfondsanteilen (10 Mrd €). Bei den Verbindlichkeiten aus Wertpapieranlagen war eine Nettoabnahme in Höhe von 19 Mrd € zu verzeichnen, die sich aus Nettoveräußerungen/-tilgungen von im Euroraum begebenen langfristigen Schuldverschreibungen (26 Mrd €) und Aktien und Investmentfondsanteilen (4 Mrd €) durch Gebietsfremde ergab. Dem standen der Nettoerwerb von im Euro-Währungsgebiet begebenen kurzfristigen Schuldverschreibungen durch Gebietsfremde in Höhe von 10 Mrd € gegenüber.

Beim Saldo der Finanzderivate (Forderungen minus Verbindlichkeiten) des Euroraums wurden Nettokapitalabflüsse im Umfang von 5 Mrd € verzeichnet.

Im übrigen Kapitalverkehr kam es per saldo zu einer Zunahme der Forderungen (um 34 Mrd €) und der Verbindlichkeiten (um 117 Mrd €). Der Nettoerwerb gebietsfremder Forderungen durch Gebietsansässige ging in erster Linie auf den Sektor der MFIs (ohne Eurosystem) (28 Mrd €) zurück. Die Nettoaufnahme von Verbindlichkeiten war größtenteils auf den Sektor der MFIs (ohne Eurosystem) (58 Mrd €), auf das Eurosystem (32 Mrd €) und auf die übrigen Sektoren (28 Mrd €) zurückzuführen.

Im Zwölfmonatszeitraum bis Februar 2017 kam es bei den Direktinvestitionen und Wertpapieranlagen zusammengenommen zu einem Anstieg der Forderungen um 848 Mrd € sowie der Verbindlichkeiten um 227 Mrd €, verglichen mit einer Zunahme um 1 170 Mrd € bzw. 651 Mrd € im Zwölfmonatszeitraum bis Februar 2016. Ursächlich hierfür war ein deutlicher Rückgang der Direktinvestitionen der Gebietsansässigen im Ausland wie auch der Gebietsfremden im Euro-Währungsgebiet. So sanken der Nettoerwerb von Forderungen von 760 Mrd € auf 438 Mrd € und der Nettozugang an Verbindlichkeiten von 582 Mrd € auf 285 Mrd €.

In der monetären Darstellung der Zahlungsbilanz verringerten sich die Nettoforderungen der MFIs im Eurogebiet an Ansässige außerhalb des Euroraums im Zwölfmonatszeitraum bis Februar 2017 um

243 Mrd €, verglichen mit einem Rückgang um 65 Mrd € in den zwölf Monaten bis Februar 2016. Dies spiegelte einen höheren Überschuss in der Leistungs- und der Vermögensänderungsbilanz wider (355 Mrd € nach 328 Mrd €), der durch Nettofinanztransaktionen von Nicht-MFIs ausgeglichen wurde.

Vor allem bei den kumulierten Transaktionen in Verbindlichkeiten aus Anlagen in Wertpapieren, welche von gebietsansässigen Nicht-MFIs begeben wurden, war eine Umkehr der von Gebietsfremden getätigten Nettokäufe von Schuldverschreibungen (24 Mrd €) in Nettoverkäufe/-tilgungen (227 Mrd €) zu verzeichnen.

Der vom Eurosystem gehaltene Bestand an Währungsreserven erhöhte sich im Februar 2017 um 28,7 Mrd € auf 735,7 Mrd € (siehe Tabelle 3), was vor allem positiven Neubewertungen beim Währungsgold (21,9 Mrd €) sowie der Wechselkursentwicklung (5,2 Mrd €) zuzuschreiben war.

Datenrevisionen

Diese Pressemitteilung enthält Revisionen der Daten für Januar 2017, die jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die zuvor veröffentlichten Angaben haben.

Zusätzliche Informationen

Medienanfragen sind an Frau Rocío González unter +49 69 1344 6451 zu richten.

Europäische Zentralbank Generaldirektion Kommunikation

Internationale Medienarbeit, Sonnemannstraße 20, 60314 Frankfurt am Main, Deutschland Tel.: +49 69 1344 7455, E-Mail: media@ecb.europa.eu, Internet: www.ecb.europa.eu

Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet.

Tabelle 1: Leistungsbilanz des Euro-Währungsgebiets‌

(soweit nicht anders angegeben, in Mrd €; Transaktionen; saison- und arbeitstäglich bereinigt)

Kumulierte Zahlen über einen Zeitraum von zwölf Monaten bis

2016

2017

Febr. 2016

Febr. 2017

Febr.

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug.

Sept.

Okt.

Nov.

Dez.

Jan.

Febr.

LEISTUNGSBILANZ

341,2

360,2

28,3

30,8

37,3

33,2

31,1

28,1

29,9

31,6

22,5

27,3

24,4

26,1

37,9

Nachrichtlich: in % des BIP

3,2

3,4

Einnahmen

3 619,4

3 654,4

295,7

294,6

298,4

298,7

297,9

297,0

301,9

303,5

307,4

315,6

312,2

313,0

314,2

Ausgaben

3 278,2

3 294,2

267,5

263,7

261,1

265,5

266,9

268,9

272,1

271,9

284,9

288,4

287,8

286,8

276,3

Warenhandel

344,0

368,6

28,1

33,0

33,4

32,2

33,2

29,4

30,5

32,9

27,8

30,2

31,0

25,5

29,5

Einnahmen (Ausfuhr)

2 097,9

2 129,5

170,3

173,5

173,2

172,4

174,3

172,7

175,2

176,4

176,9

181,8

183,7

182,8

186,7

Ausgaben (Einfuhr)

1 753,9

1 760,8

142,2

140,5

139,8

140,2

141,1

143,2

144,7

143,6

149,1

151,6

152,6

157,3

157,2

Dienstleistungen

70,7

49,5

7,2

7,0

4,6

5,2

5,2

6,2

6,6

6,6

- 1,3

- 2,4

- 1,4

3,7

9,5

Einnahmen (Ausfuhr)

780,7

790,4

66,8

64,9

63,8

65,0

64,2

65,1

65,5

66,4

67,0

66,6

66,2

67,2

68,5

Ausgaben (Einfuhr)

710,1

740,9

59,7

57,9

59,2

59,8

59,0

58,9

58,9

59,8

68,3

69,0

67,5

63,5

59,0

Primäreinkommen

53,7

79,5

4,3

3,0

8,1

5,8

2,7

5,4

6,9

5,8

8,9

12,4

5,2

11,0

4,2

Einnahmen

636,5

627,0

50,0

47,5

52,6

52,4

50,7

50,5

52,5

51,5

54,5

58,4

52,3

53,9

50,2

Ausgaben

582,9

547,5

45,7

44,6

44,5

46,6

48,0

45,1

45,6

45,7

45,6

45,9

47,1

42,9

45,9

Sekundäreinkommen

- 127,1

- 137,4

- 11,2

- 12,1

- 8,7

- 10,0

- 10,0

- 12,9

- 14,1

- 13,6

- 12,9

- 13,1

- 10,5

- 14,0

- 5,4

Einnahmen

104,2

107,5

8,6

8,6

8,8

8,9

8,7

8,8

8,8

9,1

9,0

8,9

10,1

9,1

8,8

Ausgaben

231,3

244,9

19,8

20,7

17,5

18,9

18,7

21,7

22,9

22,8

21,9

21,9

20,6

23,1

14,2

Quelle: EZB.

Deutsche Bundesbank veröffentlichte diesen Inhalt am 21 April 2017 und ist allein verantwortlich für die darin enthaltenen Informationen.
Unverändert und nicht überarbeitet weiter verbreitet am 21 April 2017 14:53:15 UTC.

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