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Euro macht Aktienanlegern einen Strich durch die Rechnung

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12.01.2018 | 11:48
The German Bundesbank presents the new 50 euro banknote at it's headquarters in Frankfurt

Frankfurt (Reuters) - Spekulationen auf einen Schwenk in der EZB-Geldpolitik und der Durchbruch bei den Sondierungsgesprächen in Berlin haben den Euro am Freitag in die Höhe getrieben.

Er verteuerte sich um einen US-Cent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 1,2128 Dollar. Aktienanlegern schmeckte das gar nicht, vor allem Exportwerte standen auf den Verkaufslisten. Dax und EuroStoxx50 notierten mit 13.217 beziehungsweise 3599 Punkten kaum verändert. "Der starke Euro wird immer mehr zum Belastungstest für den Aktienmarkt", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. In den vergangen zwölf Monaten legte die Gemeinschaftswährung gut 15 Prozent zu. Die Waren der Unternehmen aus der Euro-Zone werden dadurch im Welthandel teurer, was die Absatzchancen beeinträchtigt.

Auslöser des Euro-Höhenflugs sind Spekulationen, dass sich die lockere Geldpolitik in der Euro-Zone bald dem Ende zuneigt. Wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Protokollen der EZB-Ratssitzung vom Dezember signalisierten die Währungshüter hervorgeht, nimmt die Diskussion über die nächsten geldpolitischen Schritte hin zur Zinswende Fahrt auf. "Auf kurze Sicht wird der Euro wohl noch weiter Höhenluft schnuppern dürfen", sagte Commerzbank-Devisenanalystin Thu Lan Nguyen. Früher oder später werde aber die Erkenntnis, dass die Geldpolitik der EZB noch lange expansiv bleiben werde, die Euro-Optimisten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Der Durchbruch bei den Sondierungsgesprächen über eine große Koalition nach mehrstündigen Verhandlungen beschleunigte die Euro-Rally. CDU, CSU und SPD verständigten sich auf umfassende Reformen in der EU und der Euro-Zone. Die Sondierer zeigten sich etwa offen für einen Stabilisierungsfonds für Euro-Zonen-Länder.

AKTIEN VON FIAT CHRYSLER GEBEN GAS

Am Aktienmarkt zog Sportartikelhersteller Puma die Blicke auf sich. Seine Aktien brachen um bis zu 15,5 Prozent auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten ein. Der französische Luxusmarken-Konzern Kering will sich von seiner Mehrheitsbeteiligung trennen und 70 Prozent an Puma seinen Anteilseignern in die Depots buchen.[nL8N1P65P3] Durch den Deal würden Fantasien auf ein Übernahmeangebot zunichtegemacht, sagte Analystin Zuzanna Pusz von der Berenberg Bank. Es sei auch nicht auszuschließen, dass die Aktionäre, die nun Puma-Titel übertragen bekommen, ihre Anteile bald verkaufen. Kering-Aktien kletterten an der Börse in Paris zeitweise auf ein Rekordhoch von 415 Euro, gaben im Handelsverlauf aber wieder etwas nach.

In London schossen die Papiere von GKN um 28 Prozent in die Höhe, nachdem der Auto- und Flugzeug-Zulieferer ein Kaufangebot des Sanierungsspezialisten Melrose abgelehnt und seine Aufspaltung angekündigt hatte.

Gas gaben auch die Aktien von Fiat Chrysler, sie stiegen um bis zu 4,9 Prozent auf ein Rekordhoch von 19,93 Euro und waren einer der größten Gewinner an der Börse in Mailand. Der Autobauer verlegt seine Pickup-Produktion von Mexiko in die USA. Seit Jahresanfang gewannen Fiat rund 30 Prozent an Wert.

Für den französischen Medienkonzern Vivendi ging es dagegen um bis zu 5,3 Prozent bergab. Umsatz und Gewinn stiegen im vergangenen Jahr nach Unternehmensangaben weniger stark als erwartet.

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