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Fintech: Bankenstadt Frankfurt holt bei Fintechs auf

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12.06.2017 | 16:33

"Frankfurt hat erst vor kurzem erkannt, dass Start-ups sexy sind." Das ist Peter Barkows Meinung, wenn man ihn fragt, warum denn so viele Fintechs in Berlin sitzen anstatt in der Finanzmetropole Frankfurt. Doch langsam holt die Stadt am Main gegenüber der Stadt an der Spree auf. "Frankfurt investiert sehr viel, nicht nur staatlich, sondern vor allem auch privat", sagt Remigiusz Smolinski, Innovationsexperte bei der Commerzbank-Tochter Comdirect.

Fintechs sind das heiße Ding in der Finanzwelt: Mit neuen Technologien versuchen diese jungen Unternehmen, die vielfach verkrustete Bankenwelt aufzubrechen, etwa durch einfache Überweisungen von Smartphone zu Smartphone. Und obwohl Frankfurt als Finanzhauptstadt prädestiniert als Fintech-Standort sein müsste, befinden sich hier nur knapp 60 solcher Unternehmen. In Berlin sind es rund drei Mal so viele.

"Die Bankenbranche war lange sehr träge", sagt Barkow, dessen Beratungsfirma die Datenbank FinTech Money Map erstellt. Dies sei der Grund warum jahrelang fast alle FinTechs nach Berlin gegangen seien. "Das Ökosystem hat sich in Frankfurt erst kürzlich gebildet." Mittlerweile gibt es zahlreiche Fintech-Zentren und das landesgestützte TechQuartier als Knotenpunkt für die Szene. Das zeigt Wirkung: Im Vergleich zu 2014 hat Frankfurt heute mehr als doppelt so viele Start-ups und weist damit deutschlandweit das größte Wachstum auf.

Doch es bleiben Probleme. Obwohl es in Frankfurt viele Großbanken gibt, unterstützen diese die Start-ups häufig mit Expertise anstatt mit Kapital. "Was absolut fehlt, ist die zweite Runde", weiß Andreas Lukic, Vorstandsvorsitzender der Business Angels Frankfurt Rhein Main. Kapital zwischen 10 und 50 Millionen Euro sei extrem schwer zu bekommen, und bei Risikokapital schneide Frankfurt "katastrophal" ab. Aus diesen Gründen würden sich viele Frankfurter Start-ups außerhalb Kapital beschaffen.

Für Sören Gahn, Leiter von Startup@Frankfurt bei der Deutschen Bank, völlig normal: "Wir sind nicht Berlin und auch nicht das Silicon Valley." Das deckt sich mit den Erfahrungen von Experte Barkow: "Berlin zieht mehr Geld an als der Rest der Republik zusammen", stellt er fest. Es sei die einzige deutsche Stadt, die wirklich bei international führenden Wagniskapitalgebern auf dem Radar sei.

Hinzu kommt die fehlende Koordinierung der Initiativen. Teilweise gibt es sechs parallele Veranstaltungen am Tag, hat Jochen Biedermann von der Initiative Frankfurt Main Finance beobachtet. Er führt daher nun privat einen Kalender mit allen Terminen auf seiner Website FinTech Consult. "Jeder kocht sein eigenes Süppchen", beklagt auch Lukic von den Business Angels Frankfurt Rhein Main. Es fehle eine große Plattform mit Veranstaltungen, bei der über die Szene gesprochen wird. Dies würde Politik und Medien anlocken und damit letztlich Kapital - auch aus dem Ausland.

Immerhin: Ein erster Schritt ist mit dem vor einem halben Jahr eröffneten TechQuartier getan. Der zentrale Anlaufpunkt wird von den Fintechs gut angenommen: Nach der Eröffnung im November 2016 wurde im Mai erweitert, für das Jahresende ist eine weitere Expansion geplant. "Wir entwickeln uns zu einer Plattform, auf der Technologien und Geschäftsmodelle in enger Zusammenarbeit mit der Finanzindustrie entwickelt werden", sagt TechQuartier-Leiter Sebastian Schäfer.

Und auch mit dem Kapitalproblem arrangieren sich die Gründer: "Natürlich gibt es viel mehr Venture Capital (Risikokapital) in Berlin, aber vom Know-how her ist Frankfurt ein super Ökosystem", findet dwins-Mitgründer Alexander Michel, der zusammen mit seinem Zwilligsbruder an einer umfassenden Banking-App arbeitet. Alle für die Fintechs relevanten Experten seien vor Ort - die Finanzaufsicht Bafin, die Europäische Zentralbank und zahlreiche Großbanken.

Dies führt dazu, dass sich in Frankfurt vorrangig Fintechs ansiedeln, die ihr Geschäftsmodell auf Unternehmen ausgerichtet haben und weniger auf die Verbraucher. "Das ist eine eigene Marke, die Frankfurt hat", sagt Start-up-Experte Gahn von der Deutschen Bank. Mit Startups@Germany hat sich der heimische Bankenprimus in der Szene etabliert, betreut Gründer und hilft mit seinem Netzwerk, Kooperationspartner und Kapital zu finden. Die Commerzbank hat etwas ähnliches mit dem main incubator aufgezogen.

Die Deutsche Börse ist gleich mehrfach aktiv: mit einer Beteiligung am TechQuartier und mit ihrem eigenen FinTech Hub. Dort kommen Gründer mit anderen Gründern und Investoren in Kontakt. Die vier Start-ups, die bereits eingezogen sind, wohnen mietfrei. "Sie müssen sich um nichts kümmern und können das Geld eins zu eins in die Produktentwicklung stecken", erklärt Hub-Manager Oliver Mahr. Im Gegenzug erhofft sich die Deutsche Börse den ein oder anderen Gedankenanstoß für ihr eigenes Geschäft.

Die Frankfurter Charmeoffensive zeigt Wirkung: WebID Solutions, ein Start-up für Online-Identifikation, will im Herbst seinen Hauptsitz von Berlin nach Frankfurt ins TechQuartier verlagern. Gründer Frank Stefan Jorga findet: "Frankfurt am Main ist und bleibt die deutsche Finanzhauptstadt."

Doch trotz aller Mühen ist Berlin weiterhin die Nummer eins der deutschen Start-up-Szene. Ein Faktum, das sich nach Ansicht des Comdirect-Experten Smolinski so schnell nicht ändern wird: "Ich gehe davon aus, dass man in Frankfurt durchaus eine gewisse Dynamik erzeugen kann. Doch dass Frankfurt Berlin kurzfristig überholt, selbst im Fintech-Bereich, halte ich für eher unwahrscheinlich." Denn, so Smolinski: "Frische Ideen gehen eher nach Berlin.

Quelle: dpa


Jordan Dufee
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