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Verunsicherung an den Börsen vor Frankreich-Wahl steigt

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21.04.2017 | 18:10
Traders work at their desks in front of the German share price index DAX board in Frankfurt

Am letzten Handelstag vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich hat die Nervosität an den Börsen zugenommen.

Der Dax schloss magere 0,2 Prozent höher bei 12.048,57 Punkten. Der EuroStoxx50 trat bei 3440,27 Zählern auf der Stelle, ausgebremst durch Kursverluste an der Pariser Börse von 0,4 Prozent. Auch von französischen Anleihen ließen Anleger lieber die Finger. Am Devisenmarkt fiel der Euro um 0,3 Prozent auf ein Drei-Tagestief von 1,0687 Dollar. Zulegen konnten der Schweizer Franken und Gold, die in unsicheren Zeiten gefragt sind.

Für Verunsicherung sorgte der offenbar islamistisch motivierte Anschlag auf dem Pariser Boulevard Champs-Elysees. "Da die vier aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten in Umfragen relativ nahe beieinander liegen, sind die jüngsten Ereignisse in dem ohnehin von vielen überraschenden Wendungen bestimmten Wahlkampf von gewisser Brisanz", sagte Anleihe-Spezialist Constantin Pyhel von der DZ Bank. Die französische Polizei verschärfte am Freitag nochmals die Sicherheitsmaßnahmen für die Wahl.

Glaubt man den jüngsten Umfragen, liefern sich die vier Kandidaten, Emmanuel Macron, Marine Le Pen, Francois Fillon und Jean-Luc Melenchon ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sie liegen nur wenige Prozentpunkte voneinander entfernt, wobei der parteiunabhängige Kandidat Macron zusammen mit der rechtsextremen Le Pen die besten Chancen auf die Stichwahl am 7. Mai hat. Jedoch haben der unerwartete Sieg von Donald Trump bei den Präsidentschafts-Wahlen in den USA und das Votum der Briten für den EU-Ausstieg gezeigt, dass Umfrageinstitute irren können. "Wer also vor dem Wochenende seinen Hut in den Ring wirft, in dem er Aktien kauft, muss hoffen, dass die Franzosen ihr Kreuz an der richtigen Stelle machen", sagte Jochen Stanzl, Stratege beim Broker CMC Markets.

ANLEGER FÜRCHTEN DURCHMARSCH VON LE PEN UND MELENCHON

Das für die Börsen ungünstigste Szenario wäre, wenn sich in der ersten Wahlrunde Le Pen und ihr linksaußengerichteter Rivale Melenchon durchsetzen, die beide für einen Anti-EU-Kurs stehen. Die Märkte würden ein solches Ergebnis am Sonntag laut LBBW-Volkswirt Uwe Burkert mit Verkäufen von französische Staatsanleihen, dem Euro und Risikopapieren aller Art quittieren.

Auch an der Wall Street kamen die Kurse nicht in Schwung. Anleger warteten gespannt, ob Trump endlich die sehnlichst erwartete Steuerreform anpackt. Laut einem Insider im Weißen Haus wird er am Freitag per Dekret Finanzminister Steven Mnuchin anweisen, die Steuerlast der Amerikaner zu verringern.

SAP-RIVALE SOFTWARE AG BEI ANLEGERN BELIEBT

Die Festnahme des mutmaßlichen Attentäters auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund stand ebenfalls im Fokus der Anleger. Laut Bundesanwaltschaft wollte der Mann mit dem Anschlag den Kurs der BVB-Aktien beeinflussen und von einem Kurssturz profitieren. Die Papiere stiegen am Freitag um 2,5 Prozent.

Gefragt waren mit einem Plus von 1,5 Prozent die Papiere der Deutschen Bank. Das Geldhaus muss für Manipulationen auf dem billionenschweren Devisenmarkt deutlich weniger Strafe zahlen als befürchtet. Im Technologieindex TecDax ragten die Titel des SAP-Rivalen Software AG mit einem Plus von 7,9 Prozent heraus. Der IT-Konzern übertraf mit Gewinn und Umsatz im Quartal die Erwartungen.

PHILIPS GLÄNZT MIT GEWINNSPRUNG

Anleger an der Börse in Amsterdam deckten sich mit Philips Lightning ein. Der Kurs des weltgrößten Leuchtmittelherstellers stieg nach einem Gewinnsprung im Quartal um 4,8 Prozent. Dagegen rutschten Danone in Paris nach enttäuschenden Quartalszahlen um 2,4 Prozent. Analysten von Morgan Stanley bezeichneten den Umsatzanstieg von 0,7 Prozent im Auftaktquartal als "schwach".

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